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Mit Gott ins Guinness Buch

Einen Tag nach dem glorreichen Musical-Liedschreib-Abend setzte ich mich an meinen PC und tippte alles ab. Dabei wurde mir erst so richtig bewusst, dass das ja absolut der Wahnsinn war: 23 Lieder mit Text und Melodie in vier Stunden.

"Das glaubt mir niemand" sagte ich meiner damaligen Kollegin Andrea Ebinger.

"Doch, Ihnen glaubt man das schon, Fräulein Renz".

Frau Ebinger war die netteste, lustigste und hilfsbereiteste Kollegin aller Zeiten.

Ich surfte im Internet und erkundigte mich, wie man sich im Guinness Buch bewirbt. Aus Jux und Tollerei habe ich dann dort einfach mal hingeschrieben.. Im Stillen hatte ich noch gebetet: "Jesus, wenn Du wirklich viele Menschen mit dem Miss-Muffin-Projekt segnen willst, dann brauch´ ich einen Eintrag ins Guinness Buch!" Außerdem musste ich drei Zeugen angeben und die hatte ich auch. Eine Freundin hatte ich während der "göttlichen Eingebung" in dieser Nacht angerufen und ständig neue Songs vorgesungen.

Die zweite Zeugin war die Organistin unserer Gemeinde, die später versuchte, alle Lieder in Notenform zu packen. Und, last but not least, war Josef Grgic, unser früherer Betonmischerfahrer mit seiner Frau Maria ganz "zufällig" vorbeigekommen, als ich meinen Eingebung hatte. Es stellte sich heraus, dass er ein Tonstudio besitzt. Er nahm später alle Lieder auf, sodass ich meinen kleinen Komponistenkopf von den vielen gespeicherten Lieddaten entlasten konnte. Das war mir eine große Erleichterung!


Als ich eines Abends nach Hause kam, lag ein großer weißer Briefumschlag in meinem Briefkasten. Der Poststempel war aus Hamburg. "Bestimmt wieder irgendeine Werbesendung", dachte ich bei mir und ging die Treppe hoch bis zum dritten Stock. Schon unterwegs öffnete ich den Umschlag. Da stand:

„Sehr geehrte Rekordhalterin, sehr geehrter Rekordhalter,
herzlichen Glückwunsch, wir haben Ihren Rekord anerkannt
und schicken Ihnen hier die Urkunde, die Ihren Rekord bezeugt.
Wir haben Sie verbindlich für das deutsche Guinness Buch der Rekorde 2001 eingetragen!“
Urkunde zum Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde 2001

Und auf der Unkunde war zu lesen: 

„Jutta Renz aus Sindelfingen (D) schrieb vom 30. November bis zum 1. Dezember 1998
ein (noch nicht veröffentlichtes) Musical mit 23 Liedern.“


Mich hat beinahe der Schlag getroffen. Verrückt! Ich musste mich erst einmal hinsetzen. Das war so gegen 23.30 Uhr. Und da halb Deutschland schon schlafen gegangen war, rief ich in meiner überschwänglichen Freude Freunde in den USA an.